Was kann beim Kibiz nachgebessert werden??

Am 06.11.2019 fand das 1. Kita- Forum zum Thema Kibiz mit Staatssekretär im Ministerium für Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes NRW, Andreas Bothe in Köln statt, der die Grundlagen des neuen Gesetzes darstellte.  


Im Anschluss lud er zur offenen Diskussion ein. Es wurde gewünscht, dass ein offener Austausch über Meinungen, Erfahrungen und Ansichten rund um das Thema Kibiz erörtert wurde  mit dem Ziel, Anregungen aus der Praxis zu erhalten, die dazu beitragen sollen, das Kibiz Gesetz auf ein zukunftsfestes Fundament zu stellen.
    1. Ab dem Kindergartenjahr 2020/2021 werden insgesamt 1,3 Milliarden Euro zusätzlich in die frühkindliche Bildung investiert mit dem Ziel, die Eltern und Träger zu entlasten. Die Kind Pauschalen werden dynamisch dem Tarifverträgen angepasst. Dadurch wird eine Planungssicherheit für die Träger entstehen.
    2. Die Leitungsfreistellung wird gesetzlich festgeschrieben. Dies trägt zu einer Qualitätssteigerungsmaßnahme bei.
    3. Die flexiblen Öffnungszeiten sollen nicht zu einer 24 Stunden Kita führen. Die Erweiterung an den Randzeiten soll zur verbesserten Vereinbarkeit von Beruf und Familie führen. Die Öffnungszeiten sollen sich dem Bedarf der Familien vor Ort anpassen. Es soll keine Pflicht werden, 50 Wochenstunden die Kita zu öffnen. Jeder Träger, soll das dem Bedarf nach ausrichten.
    4. In den Ausbau von Kitaplätzen werden 140 Millionen investiert.  

Im Anschluss lud er zur offenen Diskussion ein. Es wurde gewünscht, dass ein offener Austausch über Meinungen, Erfahrungen und Ansichten rund um das Thema Kibiz erörtert wurde  mit dem Ziel, Anregungen aus der Praxis zu erhalten, die dazu beitragen sollen, das Kibiz Gesetz auf ein zukunftsfestes Fundament zu stellen.
In der offenen Diskussion wurde die Vorbereitungszeit von 10% (je Fachkraft) pro Woche bemängelt. Eine Erweiterung der Vorbereitungszeit auf 25%, wie sie von der Bertelsmann Stiftung als notwendig erachtet wird, findet im neuen Gesetz keinen Niederschlag.  
Bemängelt wurde, dass Hauswirtschaftskräfte nach wie vor nicht festgeschrieben werden, sondern in den Personalstunden subsummiert sind. Der Hinweis, dass Fachkräfte nicht durch anfallende Arbeiten im hauswirtschaftlichen Bereich belastet werden sollen, wurde zur Kenntnis genommen.
Die neue Finanzierung bietet für freie Träger und Elterninitiativen nur eine Atempause. Das bisherige Gefühl war zu ertrinken, jetzt ist das Gefühl das Wasser steht ihnen bis zum Hals.
Dass es den Trägern ermöglicht wird, über die Personalkraftstunden frei zu entscheiden, wurde stark kritisiert, kann es doch dazu führen, dass weniger Fachkräfte eingestellt werden.
Fazit des Abends war, es wird wieder nicht ausreichend in die Frühbildung investiert.    
Die Gelder aus dem Gesetz waren für die Verbesserung der Qualität in den Kitas bestimmt- da macht es wenig Sinn, damit jetzt vor allem Elternbeiträge zu senken. Einen spürbaren Qualitätsschub in den Kitas wird es nicht geben. Durch die erweiterte Öffnungszeit wird es eher zu einer erhöhten Belastung des pädagogischen Personals kommen.
Das Gesetz orientiert sich nicht am Kindeswohl. Eine Förderung im Sinne der frühen Bildung kann so nicht geleistet werden.
 Barbara Laué
Stellvertretende Landesvorsitzende der ErzieherInnen im ZKD