Mehr als 60.000 Unterschriften für mehr Personal in NRW Kitas gesammelt.

Das Bündnis „Mehr Große für die Kleinen“ wird am 9. Juli 2019 um 13:30 Uhr vor dem Landtag in NRW eine symbolische „Bannmeile für gute Arbeit und frühkindliche Bildung in den Kitas in NRW“ aufbauen. Hintergrund der Aktion ist die bevorstehende Revision des Kinderbildungsgesetzes (KiBiz) durch die FDP/ CDU Landesregierung in NRW, die noch vor der Sommerpause in die erste Lesung gehen soll.

CDU und FDP lehnen öffentliche Übergabe der Unterschriften vor dem Landtag ab.

Das Bündnis hatte nach einer Großdemonstration am 23. Mai die Unterschriftenaktion gestartet. Bis zum Stichtag Ende Juni wurden mehr als 60.000 Unterschriften für die Forderung u. a. nach mehr Personal, kleinere Gruppen, mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung und Freistellungen für die Leitungen gesammelt. Sie sollten am 9. Juli an die familienpolitischen Sprecher der CDU und FDP überreicht werden. Von einer öffentlichen Übergabe vor dem Landtag allerdings „möchten sowohl Herr Kamieth als auch Herr Hafke im Sinne des konstruktiven Austauschs Abstand nehmen.“ Die Unterschriften werden nun SPD und Grünen als Oppositionsparteien übergeben.

Bündnis „Mehr Große für die Kleinen“ zieht eine Bannmeile vor dem Landtag NRW

Thorsten Böning, Sprecher des Bündnisses und MAV Vorsitzender des Kita Zweckverbandes im Bistum Essen freut sich über die vielen Unterschriften: „Die Landesregierung möchte sich offenbar der Kritik der Beschäftigten nicht stellen. Nachdem 10.000 Beschäftigte aus den Kitas am 23. Mai – mitten in der Woche – bei der Demo in Düsseldorf waren und jetzt innerhalb von wenigen Wochen mehr als 60.000 Unterschriften für unsere Forderungen gesammelt wurden, hätten wir uns gewünscht, dass die Landesregierung diese Unterschriften entgegennimmt. Wir bleiben im Kontakt mit der Landesregierung, müssen aber offenbar auf die Oppositionsverantwortung von SPD und Grünen setzen – vor allem aber auf den Protest in den Kitas.“

Der Erzieher macht keinen Hehl aus seiner Verärgerung über die Haltung der Regierung: „Eine Revision auf dem Rücken der Beschäftigten und der Kinder darf es nicht geben. Wenn Erzieherinnen und Erzieher auf die Straße gehen, dann brennt die Hütte! Wir hoffen weiter, dass wir mit unseren Forderungen Bewegung in die Verhandlungen über die Revision bekommen.“

Die Aktion soll deutlich machen, dass die Kitas dringend eine Bannmeile gegen schlechte Arbeitsbedingungen brauchen. Es kann nicht sein, dass die Landesregierung trotz hoher Krankenraten und sinkenden Ausbildungszahlen den Personalschlüssel und die Gruppengrößen beibehalten wollen. „Die Beschäftigten in den Kitas brechen unter der Last der Aufgaben bereits jetzt zusammen. Vor- und Nachbereitungen finden häufig unbezahlt in der Freizeit statt. Die Flexibilisierungsideen werden auf Kosten der Kinder, der Eltern und der Beschäftigten gehen. Sie sind durch die Beibehaltung der Pauschalen schlicht nicht abgedeckt. Die vorgesehenen Milliarden werden in den Ausbau der Kitaplätze gehen, ohne dass wenigstens einzelne Löcher in der Personaldecke gestopft werden. Die Landesregierung reagiert an den notwendigen Veränderungen vorbei. Die Arroganz der Regierung wird den Mangel in den Kitas verschärfen und nicht beseitigen,“ bemängelt Katharina Schwabedissen, Sprecherin des Bündnisses und Gewerkschaftssekretärin im Fachbereich Gesundheit und Soziales der Gewerkschaft ver.di die Haltung der aktuellen Landesregierung.

Medienvertreterinnen und -vertreter sind herzlich eingeladen, über die Aktion zu berichten und vor Ort mit den Vertreter*innen des Bündnis Interviews zu führen. Alle aktuellen Infos unter www.mehr-grosse-fuer-die-kleinen.de

Kontakt

Thorsten Böning, mobil 0175 299 87 49

Katharina Schwabedissen, mobil 0151 259 607 12