Dankandacht der Bezirksgruppe Lippstadt-Hellweg

Zu einer Dankandacht für das zu Ende gehende Jahr versammelte sich unsere Bezirksgruppe Lippstadt-Hellweg im November 2019 in der Kirche Mariä-Himmelfahrt zu Lippstadt-Cappel.

Anschließend fand im Restaurant „Zum ehemaligen Jägerkrug" die Bezirksversammlung statt. Eingeladen hatten wir den pensionierten Rektor der Martinschule, Herrn Schroeer, der uns einen Vortrag über das Thema „Schule früher und heute“ hielt. In seinem Vortrag führte er aus:
Die Anfänge der ersten Schule gehen bis in das Jahr 1851 zurück. Vorher nahmen die schulpflichtigen Kinder am Unterricht in Bad Waldliesborn und Lippstadt teil. Das Stift Cappel stellte in diesem Jahr wegen des langen Schulweges zwei Schulräume für die Cappeler Kinder zur Verfügung. 1852 konnte bereits auf Drängen der Familien die erste Schule gebaut werden. Es wurden auch auswärtige Kinder aufgenommen. Da dieser Bau im Fachwerkstil erbaut wurde, nagte der Zahn der Zeit immer mehr an dem kleinen Schulgebäude, so dass es irgendwann baufällig wurde und geschlossen werden musste. Der damalige Gastwirt Roolf stellte darauf einen größeren Raum im Gasthaus zur Verfügung. Der Fachwerkbau wurde abgerissen und an derselben Stelle eine neue Schule im reinen Steinbau errichtet. Selbst eine gute Heizung wurde installiert, die mit Koks beschickt und von der Frau des Lehrers Wilberding bedient wurde. Dieser große Schulraum bot Platz für 90 Kinder. Cappel erlebte nach dem Zweiten Weltkrieg einen großen Zuzug durch Flüchtlinge. Das frühere HJ-Heim wurde umgebaut, so dass zwei Klassen dort untergebracht werden konnten. Im Laufe der Jahre stieg die Zahl der Einwohner, der Schulkinder und auch die der Lehrer. 1957 übernahm Lehrer Biermann die Schulverwaltung. Er nahm den Kontakt zum Bauamt in Arnsberg und dem Landschaftsverband in Detmold auf. Er beklagte den unhaltbaren Zustand der Grundschule in Cappel. Besonders mangelte es an Sitzplätzen. Ein neuer Schulbau wurde genehmigt, und bereits im Jahre 1962 wurde die neue Schule ihrer Bestimmung übergeben. Bei ihrer Einweihung wurde der Name „Martinschule“ festgelegt. Es wurde zu dieser Zeit auch der Martinszug eingeführt, ebenso fand alljährlich eine eindrucksvolle Nikolausfeier statt. Als St. Martin hatte ich die große Ehre, hoch zu Ross den Festzug jährlich am 11. November anzuführen. Ebenso habe ich den Nikolaus dargestellt. Rektor Schroeer führte für die Kinder auch das Kinderschützenfest ein. Seit Jahren nehmen die Kinder auch am Gemeindeschützenfest teil.

Franz Gausemeier