Nachrichten aus dem ZKD

Fachkräftemangel in KiTas NRW

Am 13. September 2018 nahmen Helga Tillmann und Barbara Laué an der Anhörung von Sachverständigen im Ausschuss für Familie, Kinder und Jugend zum Thema "Fachkräfteoffensive in NRW starten! Qualität in der frühkindlichen Phase starten!" auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN im Landtag teil. 

Leider war der Landesverband der Erzieher*innen nicht als Sachverständiger geladen, dennoch erwiesen sich die Meinungen in nahezu allen Stellungnahmen der anwesenden Teilnehmer (LVR Rhld., Städtetag NRW/Köln Verdi, GEW, Landeselternrat, etc) als deckungsgleich mit den Überlegungen und Forderungen des Landesverbands der Erzieher*innen an die Landespolitik.

1. Die Ausbildung von Erzieher*innen muss forciert werden, heißt, es müssen zusätzliche Plätze an den Berufskollegs geschaffen und mehr Schulen gebaut werden. Dafür bedarf es aber auch an mehr Lehrkräften an den Berufskollegs.

2. Der Einsatz von PIA Kräften muss weiter ausgebaut werden, sprich mehr Ausbildungsstellen. Die PIA Kräfte müssen bezahlt werden - bei allen Trägern von Kindertageseinrichtungen. Der Einsatz sollte nicht in die Mindestbesetzung von päd. Personal gerechnet werden, außer es droht eine Leistungskürzung, weil es nicht möglich ist, die Stelle zu besetzen. Die Ausbildungsrichtlinien müssen NRW weit gleich sein!

3. Die immer noch mangelnde Wertschätzung der Arbeit von päd. Fachkräften gilt es zu bekämpfen. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Vermittlung von Bildung und damit einhergehende Chancengerechtigkeit in unserem Land zu honorieren. Zum Einen bedeutet  dies, einen finanziellen Anreiz zu schaffen, gleichzeitig aber auch für sehr gute Rahmenbedingungen in den KiTas zu sorgen. (z.B. Gesundheitsfürsorge, Lärmschutz, Vorbereitungszeit, Fortbildung, Personalpool, aber vor allem WERTSCHÄTZUNG!!!) Hier sind die Leitungskräfte und vor allem die Träger gefragt. WAS SIND MEINE MITARBEITENDEN MIR WERT????!!!!

4. Der Einsatz von zusätzlichen päd. Fachkräften, z.B. Kinderpfleger*innen in U3 Gruppen  sollte bei der jetzigen Personalknappheit ohne bürokratischen Aufwand und nicht nur durch die U3 Pauschale möglich sein.

Was mir in der Debatte gefehlt hat, war die Überlegung, im Ruhestand befindliche päd. Fachkräfte vorübergehend in den KiTas einsetzen zu können, ohne das diese eine finanzielle Einbuße zu befürchten haben, aber den Kolleg*innen vor Ort zeitnah Entlastung schaffen könnten.

Nachfragen auf Leitungskonferenzen zeigen, dass dies in der Praxis auch häufiger geschieht, aber der Kreativität und dem Durchsetzungsvermögen von Leitungskräften und Trägervertretern zu verdanken ist.

Hier zeigt sich u.a., dass die politischen Vertreter, aber auch die vor Ort tätigen Personen zu wenig voneinander wissen, um in einer gemeinsamen Aktion, getragen von einer gemeinsamen Überzeugung - DAS BESTE FÜR UNSERE KINDER ZU WOLLEN - miteinander zu reden, aber vor allem: ZU HANDELN!

Helga Tillmann

Landesvorsitzende