Tarifänderung im Sozial- und Erziehungsdienst

Im vergangenen Herbst haben die Tarifparteien des öffentlichen Dienstes einen Tarifvertrag mit weitreichenden Änderungen für den Sozial- und Erziehungsdienst (SuE) beschlossen. Dieses Ergebnis war ein Erfolg aus einer langen Tarifauseinandersetzung zwischen der Gewerkschaft ver.di und den öffentlichen Arbeitgebern, die von Streiks der öffentlichen Kitas begleitet wurde. Da dieser Abschluss nur den Sozial- und Erziehungsdienst betrifft, erhöhen sich nur die Gehälter der betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Damit hat sich die Position dieser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesamtgefüge des öffentlichen Dienstes verbessert, was ein ausdrückliches Ziel der ver.di-Kampagne war. Die Regional-KODA NRW hat am 9. März 2016 beschlossen, die Änderungen rückwirkend zum 1. August 2015 zu übernehmen. Für Juli 2015 gibt es eine Einmalzahlung. Da es sich um eine Veränderung des SuE-Tarifs handelt, profitieren auch im  kirchlichen Bereich nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die nach SuE bezahlt werden (die meisten davon Kita-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter). Im März hat eine neue allgemeine Tarifrunde im öffentlichen Dienst begonnen. Die Tariferhöhungen, die dabei beschlossen werden, werden voraussichtlich wieder von den jeweiligen KODA für alle kirchlichen Angestellten übernommen. Die Kita-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter profitieren dann noch einmal.

 

Im Einzelnen heißt das zurzeit

für Pädagogische Ergänzungskräfte (Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger):
Die Gruppen und Stufen bleiben unverändert (S3 und S4), das Gehalt steigt um 2,4 bis 4,1 Prozent. An den Stufenlaufzeiten verändert sich nichts.


Erzieherinnen und Erzieher:
Erzieherinnen aus S6 (alt) kommen in S8a (neu), das Gehalt steigt um vier bis 4,4 Prozent. Die Stufenlaufzeiten werden dabei mitgenommen.

Erzieherinnen und Erzieher mit besonders schwierigen fachlichen Tätigkeiten:
Erzieherinnen aus S8 (alt) kommen in S8b (neu), das Gehalt steigt um 2,5 bis drei Prozent. Die Stufenlaufzeiten werden
dabei mitgenommen. Die Laufzeiten für den Aufstieg in Stufe fünf und sechs verkürzen sich. Die Höhergruppierungen der Erzieherinnen und Erzieher erfolgt automatisch.

Leitungen (auch ständige stellvertretende Leitungen):

Leitungen werden nur auf Antrag höher gruppiert. Der Antrag muss bis 31. Dezember 2016 gestellt werden.

Das hängt damit zusammen, dass es je nach individueller Lebensplanung durch die Höhergruppierung unter Umständen kurzfristig zu einem Einkommensverlust kommen kann. Das betrifft vor allem Leitungen, die noch nicht in Stufe 6 sind und
demnächst in den Ruhestand gehen oder aufhören möchten. Alle Leiterinnen und Leiter, die bereits Stufe 6 erreicht haben, oder noch viele Jahre in der Kita arbeiten möchten, profitieren auf jeden Fall von der Höhergruppierung.

Der ZKD bietet seinen Mitgliedern dazu eine individuelle Beratung an. Dazu brauchen wir Ihre Eingruppierung am 1. August 2016 (Gruppe, Stufe). Diese finden Sie auf Ihrer Gehaltsabrechnung. Außerdem müssen wir wissen, wann der letzte Stufenaufstieg war und/oder wann der nächste Stufenaufstieg erfolgen würde.

Neue ständige stellvertretende Leitungen:
In Kindertagesstätten mit einer Durchschnittsbelegung von mindestens 50 Plätzen und mindestens drei Gruppen soll eine
ständige stellvertretende Leitung eingerichtet werden. Diese wird in S9 eingruppiert. Der Begriff „Soll“ ist hier juristisch
auszulegen. Ein Dienstgeber, der die ständige stellvertretende Leitung nicht einrichtet, muss eine gute Begründung haben,
warum er es nicht macht.

Rückgruppierungsschutz der Leitungen:
Die Eingruppierung der Leitungen erfolgt weiterhin nach Platzzahl. Bei steigender Kinderzahl erfolgt automatisch die Höhergruppierung. Eine Rückgruppierung bei sinkender Kinderzahl erfolgt zukünftig nur, wenn die Kinderzahl über drei Jahre um mehr als fünf Prozent unterschritten wird.

Markus Clouth