Equal Pay Day 2016 – Berufe mit Zukunft

Wunsch und Wirklichkeit – Was ist meine Arbeit wert?

Mit zwei Aktionen wiesen auch in diesem Jahr fünf katholische Verbände im Erzbistum Köln, die Katholische Frauenbewegung (kfd), die Katholische Arbeitnehmerbewegung (KAB), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB) und der ZKD in Kooperation mit der Stadt Köln und dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) auf die ungleiche Bezahlung von berufstätigen Frauen und Männern hin, auf die der Equal Pay Day seit vielen Jahren aufmerksam machen will.

 



Im Rathaus Spanischer Bau fand auf Einladung der Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker die Ausstellung
„Wunsch und Wirklichkeit – Was ist meine Arbeit WERT?‟ statt. Die Ausstellung unter der Schirmherrschaft der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Köln, Christine Kronenberg, zeigte Fotos von Frauen und Männern, vor allem aus Pflege- und Erziehungsberufen, und gab ihren beruflichen Wünschen Raum. Gleichzeitig deckten kurze Infotexte die Missstände in der Realität auf.


Erziehung und Pflege sind Zukunftsberufe – gemessen am Bedarf einer alternden Gesellschaft, an den Anforderungen einer Gesellschaft, die auf Integration setzen muss – aber sind sie auch zukunftsorientiert, insofern als sie die Existenz der dort Tätigen sichern? Erfahren sie die Wertschätzung, die sie verdienen, und verdienen sie auch entsprechend dem Wert ihrer Leistung für diese Gesellschaft? Auch die Kampagne von ver.di „Richtig gut, Aufwerten jetzt" ging in diese Richtung. Einige Erfolge sind dabei erzielt worden, aber das kann nur ein erster Schritt in die richtige Richtung gewesen sein. Die ungleiche Bewertung von Arbeit in Pflege und Erziehung und Arbeit im produzierenden Sektor muss unbedingt ein Ende haben.

Bei einer „Midissage“ in den Räumen des Landschaftsverbandes wurden nach einer Einführung durch Frau Kronenberg und einem launigen Rückblick auf die Geschichte „typischer Frauenberufe“ durch die Gleichstellungsbeauftragte des LVR, Verena Mäckle, die „Fotos“ der Ausstellung lebendig. Einige der Modelle erzählten von ihren beruflichen Vorstellungen, davon, was es braucht, damit unsere Gesellschaft sich auch in Zukunft darauf verlassen kann, dass genügend Frauen und Männer in diesen „Zukunftsberufen“ für gute Erziehung und Pflege und Versorgung tätig sind.

Dr. Marita Alami, Vorsitzende des Kölner Frauenforums (AKF), Ingrid Hack SPD MdL und Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes MdB sprachen oder schickten ein herzliches Grußwort.

Für die passende Unterhaltung an diesem Abend sorgte das Frauenkabarett Krefeld (FKK), das die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern mit spitzer Zunge gekonnt aufs Korn nahm.

Astrid Mönnikes vom BDKJ und Regina Illemann vom KDFB begrüßten die Gäste und führten durch die Veranstaltung. Ausstellung und „Midissage“ – eine gelungene Veranstaltung, die hoffentlich dazu beiträgt, dass auch die harthörigsten Politikerinnen und Politiker endlich die „Lohngleichheit für Frauen und Männer“ ernsthaft in Angriff nehmen.

Gisela Kierdorf